Repertoire
Die Rezitationsprogramme der Dichterpflänzchen sind kleine Kunstwerke mit der Grundidee, das einzelne Gedicht anschaulich in seiner Entstehungs- und Wirkungsgeschichte lebendig werden zu lassen. Die Schönheiten der in Sprache gefassten Ideen werden so, wie Edelsteine in einem Kollier angeordnet, im Zuge einer Gesamtkomposition erfahrbar gemacht.
Fast alle Rezitationsprogramme sind in der Dauer variabel gestaltbar. Immer sind mehrere Sprecher beteiligt, und das Einbinden von klassischer Musik ist möglich.
Wenn Sie Interesse an den Rezitationsprogrammen haben und die Dichterpflänzchen engagieren wollen, dann wenden Sie sich bitte an:
Dichterpflänzchen e.V.
Postfach 2001
65010 Wiesbaden
Tel: 0611 / 801514
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Dialog der Kulturen
Lieder aus dem West-Östlichen
Diwan
Goethe im Dialog mit dem persischen
Dichter Hafis
Die Gedichtsammlung des persischen Dichters Hafis regte Goethe zu einem ausführlichen Studium der persischen Kultur, Geschichte und Religion an. Der Zauber, den Hafis‘ Gedichte auf ihn ausübten, inspirierte ihn zu einer neuen, lang anhaltenden Schaffensperiode, die sich in einer umfangreichen Gedichtsammlung, dem West-Östlichen Diwan niederschlug.
Goethes ‚Diwan‘ ist ein durchgängiger Dialog zwischen Morgen- und Abendland, bei dem das Beste beider Kulturen miteinander verschmilzt. Aus diesem Zwiegespräch entsteht eine neue Art von Dichtung, die zu dem Schönsten gehört, was die Poesie hervorgebracht hat.
In einer Zeit, in der vom Zusammenprall der Kulturen gesprochen wird, suchen wir den Dialog, wollen das Vereinende der unterschiedlichen Kulturen hervorheben und aufzeigen, wie andere Kulturen, in diesem Fall die persisch/orientalische Kultur, unsere eigene befruchtet und befördert haben. Goethes ‚Diwan‘ ist dafür ein ideales Beispiel.
Goethe und Schiller zu Besuch bei Kalidasa
Indische und deutsche klassische Poesie
Das indisch-deutsche Rezitationsprogramm stellt den Dialog der klassischen Dichter beider Kulturen in den Mittelpunkt. Wir werden den „indischen Shakespeare“ der Gupta-Periode (4.-6. Jahrhundert), den Dichter Kalidasa, ebenso kennen lernen wie das höfische Schauspiel.
Welche indischen Werke lagen Johann Wolfgang Goethe, Friedrich Schiller, den Brüdern Humboldt oder Friedrich Rückert vor? Welchen Einfluss hatte diese fremde Ideenwelt auf das Schaffen der deutschen Klassik?
Das Publikum wird auf eine poetischen Reise nach Indien mitgenommen, mit Besuchen bei Kalidasa und Rabindranath Tagore. Die oft paarweise dargebotenen Beispiele ermuntern zum klassischen Dialog, abseits romantischer Ausuferungen, über Ideen, die der ganzen Menschheit gehören. Musikdarbietungen umrahmen den Abend.
„Weltpoesie allein ist Weltversöhnung“
Friedrich Rückerts Leben, ein Beispiel für den Dialog der Kulturen
Das sagte und danach lebte Friedrich Rückert, der heute noch vor allem als „Dichter der Liebe” bekannt ist, weil zahlreiche seiner Liebesgedichte vertont wurden. Weniger bekannt ist er als Dichter- Wissenschaftler, der die deutsche Poesie wie kaum ein anderer durch die Literatur des Nahen und Fernen Ostens bereicherte. Für das Sprachgenie Rückert – er beherrschte 40 Sprachen – war Dichten die “innere Sprache des Denkens” und Poesie die “Muttersprache des Menschengeschlechts”.
Mit diesem Programm laden die Dichterpflänzchen Sie ein, Friedrich Rückert auf einer Reise durch Arabien, Persien, zu den Bramanen in Indien, bis ins ferne China zu folgen. Doch auch in der Heimat möchten wir Sie durch Rückerts Leben führen: Seine politschen Geharnischten Sonette, die er seinen Landsleuten hinter die Ohren schrieb; seine jugendlichen Liebesgedichte, die er vergeblich seiner bitteren Marie sang; seine selbstironischen Scherze; die unendliche Liebeserklärung an seine Frau und seine herzzerreißenden Kindertotenlieder, in denen er den frühen Tod von zweien seiner Kinder betrauerte. Und natürlich werden auch einige der schönsten Vertonungen seiner Gedichte erklingen.
„Meine Liebe geht über’s Herz hinaus“
„Seni ben severim candan içerü“
Der erste türkische Poet Yunus Emre und 700 Jahre Osmanische Dichtung
Die Dichterpflänzchen laden Sie zu einer poetischen Reise in die Türkei ein. Als “Reiseleiter” in diese ferne Kultur beziehen wir uns auf die Orientalistin und einfühlsame Übersetzerin Annemarie Schimmel, und es begleiten uns eine Reihe deutscher Dichter. Im Dialog werden türkische und deutsche Poeten ihre Werke und ihre Ideenwelten präsentieren. Der erste Besuch gilt dem wohl bekanntesten und ersten türkischen Dichter: dem Mystiker Yunus Emre. Auch einige seiner Nachfolger, die sich der Volksdichtung widmeten, werden wir aufsuchen, und bei den Hofdichtern der Tulpenzeit in Istanbul vorbeischauen. Die letzte Entwicklung der modernen türkischen Poesie werden wir nur aus der Ferne betrachten. Mit den rezitierten Gedichten zeigen wir neben den Unterschieden vor allem das Verbindende dieser beiden Kulturen auf. Wir wollen neugierig machen, den anderen kennen zu lernen und den Dialog der Kulturen mit Inhalt zu füllen. Wir stellen die meisten türkischen Gedichte in deutschen Übertragungen vor.
„Das ist die Liebe, himmelwärts zu fliegen“
„Aşk, semâ’ya uçmaktır“
Gedichte und Geschichten von Yunus Emre,
Nasreddin Hodscha, Mevlana Dschelaleddin Rumi
Wir haben für diesen Abend drei türkische Dichterphilosophen des 13. Jahrhunderts eingeladen.
Zuerst wird Mevlana Dschelaleddin Rumi, der wohl größte mystische Dichter aller Zeiten, in Gedichten aus seinem Diwan, von seiner Liebes- und Gotteserfahrung berichten und Geschichten aus dem Mathnawi erzählen. Es ist eine besondere Ehre, dass er unser Gast ist, denn er feiert in diesem Jahr (2007) seinen 800. Geburtstag.
Als Ehrengast singt der wandernde Derwisch Yunus Emre, der erste in türkischer Sprache schreibende Dichter, in Gedichten und Liedern von seiner Sehnsucht. Er lebte zur selben Zeit wie Mevlana in Anatolien.
Außerdem werden Sie den “Till Eulenspiegel des Morgenlandes“, den Gelehrten und Menschenerzieher Nasreddin Hodscha, einen Zeitgenossen der beiden Dichter, kennen lernen und einige Geschichten aus seinem Leben hören.
Lassen Sie sich von den kulturübergreifenden Antworten inspirieren, wenn es um grundsätzliche Fragen nach Wahrheit und Menschlichkeit geht. Es wird alles in deutscher Sprache vorgetragen und von angemessener Musik aus beiden Kulturen umrahmt.
Dichterportraits
„Küsse
der deutschen Muse“
Heinrich Heine – ein Portrait in Liedern und Gedichten
In Gedichten, Liedern und Prosastücken wollen wir ein persönliches
Bild dieses großen aber auch tragischen Dichters zeichnen. Er
versteht es wie kaum ein anderer, unser Herz zu rühren und den
Kleinbürger in uns zu necken. Die bedrückenden politischen
Zeitumstände, die Engstirnigkeit der Zeitgenossen, Duckmäuserei,
die Unvollkommenheit der Welt sind Gebrechen, gegen die er sein
Leben lang ankämpft und die uns heute nicht weniger bedrücken als
damals. Das macht Heines Dichtung geradezu „zeitgenössisch“
modern.
Musikalisch umrahmt wird das Portraitprogramm mit
Gedichtvertonungen von Franz Schubert und Robert Schumann.
Sie hören unter anderem die Gedichte: Der Schelm von Bergen, Die
schlesischen Weber, Nachtgedanken, Marie Antoinette, Das
Sklavenschiff, Belsazar, Die Grenadiere sowie die Texte aus dem
Vorwort zu: Deutschland ein Wintermärchen und Zur Geschichte der
Religion und Philosophie in Deutschland
„Russlands glühende
Seele“
Alexander Puschkin pflanzt
den „Götterfunken“ in die russische Kultur
In seinem Werk hat
Alexander Puschkin eine Hochblüte der russischen Sprache und
Dichtung geschaffen, indem er die Ideen der griechischen Antike,
von Dante oder Shakespeare in ihr lebendig machte und den
„Götterfunken“ der deutschen klassischen Dichtung in die russische
Seele pflanzte. Dafür lieben ihn die Russen heute noch.
In dem Rezitationsprogramm begegnen wir Puschkin an den wichtigsten
Stationen seines Lebens: die frohe Schulzeit in Zarskoje Selo, die
Zeit der "Freiheitsode" in Petersburg, die Strafversetzung in den
Süden, die einsamen, aber äußerst schöpferischen Jahre der
Verbannung in Michailskoje, der Dekabristen-Aufstand und das
traurige Schicksal der Freunde, die Rückkehr an den Zarenhof, die
Jahre als Ehemann und Familienvater, die komplizierte Beziehung zum
Zaren Nikolaus I. und die politische Hofintrige, die dem Dichter
1937 das Leben kostet. Wir hören dazu Zeitzeugen und Puschkin
selbst - einige Briefstellen, vor allem aber Gedichte und Auszüge
anderer Werke, die in der jeweiligen Situation entstanden sind.
„Ein Mann wie Lessing täte uns
not!“
Gotthold Ephraim Lessing – ein Portrait des wahrheitsliebenden
Humanisten
Lessings Toleranzidee
(veranschaulicht in der bekannten „Ringparabel“ aus Nathan der
Weise) ist heute so modern wie zur Lebenszeit des Dichters. Jeder,
der dem viel zitierten „Krieg der Zivilisationen“ entgegenwirken
will, wird sich beinahe zwangsläufig auf Lessings schönes Konzept
von Menschen- und Wahrheitsliebe als Orientierung für den „Dialog
der Kulturen“ besinnen.
Heinrich Heine schrieb:
„Er war ein ganzer Mann, der, wenn er mit seiner Polemik das Alte
zerstörend bekämpfte, auch zu gleicher Zeit selber etwas Neues und
Besseres schuf… Merkwürdig ist es, daß jener witzigste Mensch in
Deutschland auch zugleich der ehrlichste war. Nichts gleicht seiner
Wahrheitsliebe... Er konnte alles für die Wahrheit tun, nur nicht
lügen. Wer darauf denkt, sagte er einst, die Wahrheit unter
allerlei Larven und Schminken an den Mann zu bringen, der möchte
wohl gern ihr Kuppler sein, aber ihr Liebhaber ist er nie
gewesen.“
Und Johann Wolfgang Goethe sagte: „Ein Mann wie Lessing täte uns
not. Denn wodurch ist dieser so groß, als durch seinen Charakter.“
„Sind's wen'ge nur, muß einer Vieles
geben!“
Francesco Petrarca – vom Mitbegründer der Renaissance in Gedichten
und Briefen
Petrarcas persönliches
Handeln ist beispielgebend für die heutige Zeit, die sich in ihrer
moralischen und kulturellen Dunkelheit oft wenig von der des
beginnenden 14. Jahrhunderts unterscheidet. Sein mutiges Wirken
gestaltet die Epoche, die wir heute Renaissance nennen.
Petrarca schrieb sein Leben lang immer wieder Sonette für seinen
Canzoniere; deshalb bildet diese Gedichtsammlung den roten Faden
des Programms. Die ausgewählten Sonette veranschaulichen seine
persönliche Entwicklung und liefern die Anhaltspunkte zur
Darstellung einiger Stationen seines ereignisreichen Lebens.
In seinen Briefen werden wir Petrarca auf diplomatischen Reisen
begleiten, werden seiner Dichterkrönung 1341 beiwohnen, erhalten
Einblicke in seine Bemühungen, Rom zur Republik und zum Sitz der
Kurie zu machen, nehmen an seiner Wahrheitssuche teil, schmunzeln
über seine Kritik an Aristoteles und erfahren Näheres über seine
enge Freundschaft zu Boccaccio.
Einblicke in seine Seele und die große Strenge mit sich selbst
erlauben uns sein Brief an die Nachwelt und der fiktive Dialog mit
dem heiligen Augustinus: Gespräch über die Weltverachtung.
Deutsche Klassik / Friedrich Schiller
„Dies
ist nun einmal das Balladenjahr“
Schillers und Goethes herrliche Balladen aus dem Jahr
1797
1797 ist als das
„Balladenjahr“ in die Literaturgeschichte eingegangen. Schiller
selbst hatte ihm diesen Namen gegeben. Im Briefwechsel zwischen
Schiller und Goethe und deren Umkreis lässt sich verfolgen, wie die
Balladen entstanden. Im Programm kommen Theodor Körner, Wilhelm von
Humboldt, Schiller und Goethe zu Wort. Und natürlich werden die
Balladen des Jahres 1797 vorgetragen.
Schiller: Die Kraniche des Ibykus, Der Gang nach dem Eisenhammer,
Der Handschuh, Der Taucher, Der Ring des Polykrates, Ritter
Toggenburg;
Goethe: Legende, Der Gott und die Bajadere, Schatzgräber, Der
Zauberlehrling.
Einblick in die
Dichterwerkstatt
Die fruchtbare Freundschaft zwischen Goethe und
Schiller
Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe im
Zusammenhang mit der Entstehung des großartigen Gedichts Die
Kraniche des Ibykus ist die Grundlage dieses Programms. Die Briefe
dokumentieren den ernsten Arbeitsbund und die Freundschaft dieser
beiden großen Dichter. Im Programm kommen auch Zeitzeugen wie
Theodor Körner und Wilhelm von Humboldt zu Wort.
Die
Bürgschaft des Freundes
Entstehung und historischer Hintergrund von Schillers Ballade „Die
Bürgschaft“
Schillers
Freundschaftsgedicht Die Bürgschaft ist sicherlich ein Höhepunkt
der deutschen Balladendichtung. Ende 1797 schickte Goethe an
Schiller die Fabelsammlung des Hyginus und Schiller griff mit dem
Gespür des genialen Dichters die Bürgschaftsgeschichte heraus,
entwickelte sie weiter und gab ihr eine tiefe Bedeutung, welche bis
heute aktuell geblieben ist. Schiller zeigt uns mit diesem Gedicht,
dass unser ethisches Handeln auf Nächstenliebe und Freundschaft
gründet und dass der freie Staat nicht durch Gewalt, sondern durch
tugendhaftes Handeln des individuellen Staatsbürgers erreicht
werden kann.
Generationen schätzten diese Gedicht, kannten es bis ins hohe Alter
auswendig und gaben es an die junge Generation weiter. Diese Kette
wollen wir nun wieder aufgreifen und fortsetzen. Die Bürgschaft
soll wieder in ihrer ganzen Schönheit erklingen. Doch nicht nur
das, wir wollen sie erneut verstehen und begreifen. Deshalb werden
wir die Fabel dieses Gedichtes in der Geschichte
zurückverfolgen.
Wir werden der Frage nachgehen, ob es diesen Freund tatsächlich
gegeben hat und dabei eine interessante Entdeckung machen. Auch
wird am Beispiel der „Bürgschaft“ erkennbar werden, wie sich
poetische Ideen in der Geschichte bilden, entwickeln und
fortpflanzen.
„Das
Ideal und das Leben“
Über Friedrich Schillers Schrift vom Erhabenen
Schiller ist bekannt als
„Dichter der Freiheit“. Sein hoher Begriff der Freiheit ist
untrennbar mit dem Begriff der Menschenwürde und dem Konzept des
Erhabenen verbunden. - Gerade in Krisenzeiten, in denen die Welt
aus den Fugen gerät, spüren wir den herben Gegensatz zwischen Ideal
und Wirklichkeit. Die Frage ist, wie geht man damit um? Verzehrt
man sich in Weltschmerz und verfällt zunehmend in Pessimismus, oder
fasst man sich ein Herz und hilft selbst dazu, dass solche
beklagenswerten Zustände verändert werden? Schiller ermuntert uns
zu letzterem und hilft uns, „erhaben“ zu denken und zu handeln. Das
Programm führt mit Gedichten und Musik durch Schillers Schrift
„Über das Erhabene“.
„Friede sei ihr erst
Geläute“
Schillers Lied von der Glocke – Entstehung und
Wirkungsgeschichte
Schillers „Lied von der
Glocke“ hat eine einmalige Stellung in der Poesie. Es verbindet
hohe, allgemeingültige Ideen mit mechanischen / handwerklichen
Arbeiten des täglichen Lebens. Schönste Lyrik und Meistersängerlied
finden wir hier in einem Gedicht vereint. Schillers Briefwechsel
mit seinen Freunden und Äußerungen seiner Zeitgenossen zeigen das
Werk und seine Wirkungsgeschichte in neuem Licht. Weitere Gedichte
Friedrich Schillers wie „Der Antritt des neuen Jahrhunderts“ oder
„Die Würde der Frauen“ und Stellen aus seinen theoretischen
Schriften helfen ebenfalls mit, das „Glockengießerlied“ dem
modernen Menschen neu zu erschließen.
"Die schöne Kunst und der freie
Staat"
Über Schillers Schriften zur „ästhetischen Erziehung des
Menschen“
Anhand des Gedichtes „Die
Künstler“ wird Schillers Ästhetik und ihre Bedeutung für die
Umsetzung des freien Vernunftstaates auf einmal verständlich und
klar. Schillers Ideen erweisen sich als zeitlos und deshalb immer
wieder modern.
So wird der aufmerksame Zuhörer selbst erkennen, welche arge
Verkürzung es ist, wenn man Schiller, wie zum Beispiel in vielen
zum Jubiläumsjahr 2005 erschienenen biographischen Schriften
geschehen, zum Vorläufer „der Moderne“ oder gar der „Konservativen
Revolution“ macht.
Schiller resigniert nicht in einem passiven „Wir haben die Kunst,
damit wir am Leben nicht zugrunde gehen.“ Schiller ist da ganz
antimodern! In schier hoffnungsloser politischer Situation
wirkt
Schiller durch die schöne Kunst; er bessert den einzelnen Menschen,
die menschliche Gattung, um
letztendlich doch den freien Vernunftstaat zu verwirklichen. – Dazu
haben wir die Kunst!
Die Bestimmung des
Menschen
Eine „Talkshow“ von und mit Lessing, Moses Mendelssohn
und Schiller
Die Frage nach der
Bestimmung des Menschen wird zum Thema einer
„Rezitations-Talkshow“, an der
Moses Mendelssohn, Gotthold Ephraim Lessing und die „Gegenwart“
teilnehmen. Zitate, Textstellen,
Gedichte, Fabeln und Auszüge aus Lessings dramatischem Gedicht
„Nathan der Weise“ werden im Verlauf der Diskussion herangezogen,
um auf diese Frage zu antworten.
Mendelssohns und Lessings Schaffen hatte großen Einfluss auf
Friedrich Schiller. Seine Dissertation zum Abschluss der
Militärakademie im Jahre 1780 begann er mit den Worten: "Soviel
wird, denke ich,
einmal fest genug erwiesen sein: der Mensch ist da, daß er
nachringe der Größe seines Schöpfers, mit ebendem Blick umfasse die
Welt, wie der Schöpfer sie umfasst - Gottgleichheit ist die
Bestimmung des Menschen. Unendlich zwar ist dies sein Ideal: aber
der Geist ist ewig. Ewigkeit ist das Maß der Unendlichkeit, das
heißt, er wird ewig wachsen, aber es niemals erreichen."
„Dich schuf das Herz, du wirst
unsterblich leben“
Die Unsterblichkeit von und bei Friedrich Schiller
Andere Dichter werden in
Jubiläumsjahren gefeiert, dann flaut das Interesse wieder ab.
Schiller aber ist seit seinem 200. Todestag 2005 erst richtig
„wieder da“. Dies zeigt offenbar, wie dringend unsere Zeit Schiller
braucht. Die Regisseurin am Wiener Burgtheater Andrea Breth drückte
das kürzlich in einer Klage über die „totale Entleerung der
Gesellschaft“ treffend aus: „Wir haben den Glauben abgeschafft, es
gibt keinen Gott, wir haben keine gesellschaftliche UAnfangie mehr,
und nun haben wir irgendetwas Merkwürdiges, das auf den Begriff
Geld hört. Und das ist relativ nichts. Gerade die jungen Leute
würden Schiller oder Lessing auf der Bühne gar nicht als altbacken
erleben, sondern im tiefsten Sinn als zeitgenössisch.“
Das ist wahr, denn Schiller ist ein durch und durch jugendlicher
Dichter, ein revolutionärer Geist im besten Sinne, einer, der
Ideale einer besseren Welt aufstellt und zeigt, wie man um sie
kämpft. Die Unsterblichkeit Schillers und seiner Ideen wollen wir
ganz bewusst zum Thema machen. Mit Gedichten, Auszügen aus seinen
Dramen und philosophischen Schriften wollen wir der Frage
nachgehen, von
welcher Unsterblichkeit Schiller spricht.
Kassandra trifft
Iphigenie
Ein Ausflug in die Antike, um auf aktuelle Fragen Antworten zu
finden
Die Kunstform der Tragödie
haben wir von den alten Griechen geerbt. Friedrich Schiller und J.
W. Goethe haben die antiken griechischen Tragödien studiert und
diese Methode in bisher unübertroffener Weise weiterentwickelt.
Aber in welcher Weise humanisiert, vermenschlicht die klassische
Tragödie den Zuschauer? Um diese Frage zu klären, haben wir die
beiden Iphigenie-Dramen – die des Euripides im Vergleich zu Goethes
Iphigenie auf Tauris mit Schillers Dichteraugen betrachtet.
Im Programm werden Sie Zitate aus diesen Stücken hören – neben
Gedichten von Schiller, einigen klassischen Liedern, Solons
berühmter Elegie „An die Athener“ und einen Dialog des Thukydides,
der in seinem Buch über den Peloponnesischen Krieg eine reale
Tragödie aufgeschrieben hat.
Aber das ist nicht alles. Stellen Sie sich vor: Kassandra trifft
Iphigenie, die Troerin trifft die Griechin. Wie würden sie wohl
heute auf Geschichte und Mythos des Trojanischen Krieges
zurückblicken?
Friedrich Schiller über die Wirkung des klassischen Theaters:
„...wenn Menschen aus allen Kreisen und Zonen und Ständen,
abgeworfen jede Fessel der Künstelei und der Mode, herausgerissen
aus jedem Drange des Schicksals, durch eine allwebende Sympathie
verbrüdert, in ein Geschlecht wieder aufgelöst, ihrer selbst und
der Welt vergessen und ihrem himmlischen Ursprung sich nähern.
Jeder einzelne genießt die Entzückung aller, die verstärkt und
verschönt aus hundert Augen auf ihn zurückfallen, und seine Brust
gibt jetzt nur einer Empfindung Raum – es ist diese: ein Mensch zu
sein.“
Mozart
& Schiller
Die Macht des Gesanges – die Nähe von Mozarts Musik und Schillers
Dichtung
Wussten Sie, dass Mozart
Gedichte und Schiller Opernlibretti geschrieben hat? Beide setzten
große Hoffnungen in die amerikanische Revolution und nahmen in
ihren Werken die dekadente Feudalgesellschaft aufs Korn. Beide
glaubten an die charakterbildende Rolle der Kunst, von Theater und
Oper im Besonderen, in dieser revolutionären Epoche der
europäischen Geschichte. Und beide hatten entscheidenden Anteil an
jener anderen, stillen Revolution – in der klassischen Musik und
Dichtung.
Was Mozart in der Musik leistete, indem er Bachs Kontrapunktik und
Haydns Motivführung zu etwas ganz Neuem zusammenführte, findet eine
direkte Entsprechung in der Dichtung: Den Hörer „so streng wie
frei“ durch eine Vielheit der Gefühle und Gedanken zu leiten, dass
in seiner Seele die Gedankeneinheit des Künstlers von neuem
entsteht; den schöpferischen Ideengang des menschlichen Geistes
hörbar, d.h. im anderen wirksam, lebendig zu machen – das ist für
Schiller das höchste Kriterium künstlerischer Schönheit.
Mozart und Schiller kommen selbst zu Wort – in Briefen, Schriften,
in Gedichten und musikalischen Werken.
Mozart-Schiller Programm
Themenprogramme
Allerlei Fabelhaftes
Besinnliche und heitere Tierpoesie
Gedichte über Tiere sind
in Wirklichkeit meistens Gedichte über Menschen. Wir erschrecken
über unsere eigene Bosheit und lachen über unsere eigene Dummheit,
aber weil die Hauptfiguren Tiere sind, nehmen wir es nicht
persönlich. Dieser poetische Kunstgriff wird durch eine gewisse
Wesensverwandtschaft von Mensch und Tier möglich. Wenn jemand uns
eine schwere Last abnimmt, sagen wir halb im Scherz: „Du bist ein
Engel!“ Wenn die Tiere sprechen könnten, würden sie in dieser
Situation vielleicht sagen: „Du bist ein Mensch!“ - In einem weiten
Bogen stellen wir diese vielfältige und unterhaltende Gattung der
Tierpoesie vor.
„Jedoch, in wen ist die Rose
verliebt“
Poetische Betrachtung über die Rose in nahen und fernen
Kulturen
Keine andere Blume spielt
in der Kulturgeschichte der Völker eine derartig große Rolle wie
die Rose.
"Königin der Blumen" nannte die berühmte griechische Dichterin
Sappho die Rose bereits im 6. Jahrhundert vor Christus. Aber schon
lange vor dieser Zeit galt sie in Indien als Symbol des göttlichen
Geheimnisses. Die Mohammedaner suchten in den fünf Blättern der
einfach-blütigen Rose nach den fünf Geheimnissen Allahs, und
römische Kaiser ließen bei Festlichkeiten Rosen auf die Gäste
niederrieseln. Die Dichterpflänzchen bringen Ihnen die gereimten
Gedanken zu dieser Blume aus den unterschiedlichsten Kulturen zu
Gehör. Es werden Johann Wolfgang v. Goethe, Adelbert v. Chamisso,
Theodor Storm, Saadi, Hafis, Heinrich Heine, Li-Tai-Po und Puschkin
zu Wortkommen.
Poesie aus der Pfanne
Eine kleine Kulturgeschichte über das Essen und Trinken
Die Liebe geht
bekanntlich durch den Magen, das ist bei Dichtern nicht anders. Da
werden die kulinarischen Köstlichkeiten besungen, die genaue
Zubereitung von Eierpfannkuchen oder Metzelsuppe, von Braten und
Bortschtsch in Versform für die Nachwelt festgehalten und
Ratschläge für den Anbau von Salat und zartem Gartengemüse erteilt.
Man huldigt dem Genuss in geselliger Runde, preist die
Gastfreundschaft und lobt die Köche, die mit ihrer ,,Poesie aus der
Pfanne” die Humanität schlechthin verkörpern, denn: ,,Wer einen
guten Braten macht, hat auch ein gutes Herz.” Sie hören Gedichte
und Briefe von Goethe, Schiller, Heine, Uhland, Matthias Claudius,
Wilhelm Busch, Mascha Kaléko u.a.
Freude sprudelt in
Pokalen
Gedichte, Lieder und Anekdoten zu Poesie und Wein
Nicht nur Gotthold
Ephraim Lessing, Johann Wolfgang Goethe und Heinrich Heine wussten
die anregende Wirkung eines guten Tropfens zu schätzen. Unzählige
Dichter sangen Loblieder auf den Wein und schrieben heitere Verse
über dessen Wirkung. In den christlichen Kirchen symbolisiert der
Wein im Gottesdienst das Blut Christi, und in der orientalischen
Dichtung ist das Weintrinken immer auch ein Bild für die
berauschende Verzückung in der Nähe Gottes. So ähnelt der Poet, der
mit seinen Gedichten die Menschen erfreuen und erheben will, dem
Mundschenk, der den himmlischen Rebensaft bereitstellt. Genießen
Sie mit Ohren und Gaumen diese Kostproben.
Stelldichein bei klassischer
Poesie
Schmuckstücke aus der Schatztruhe der deutschen Klassik
Ein poetischer Blumenstrauß
Einen farbiger Strauß bekannter und aufmunternder Gedichte
Poetischer Bilderbogen
Vom düsteren Zauberwald bis in strahlende Himmelshöhen
Willkommen und Abschied
Gedichte von der Suche nach dem richtigen Weg und den Erlebnissen
unterwegs
„Vom Eise befreit...“
Lyrik, Gedichte und Balladen in wechselnder Folge auf den Frühling
bezogen
„Bunt sind schon die Wälder...“
Lyrik, Sinngedichte und Balladen zum Herbst
„Ein Lied hinter dem Ofen zu
singen“
Gedichte und Erzählungen für die kalte Jahreszeit
Bald nun ist Weihnachtszeit!
Gedichte, Lieder und Erzählungen im Advent
„Davon ich singen und sagen will!“
Ein besinnliches und frohes Weihnachtsprogramm mit Gedichten und
Liedern.
Programme für Schulen
Das dramatische
Gedicht – die Ballade
Die schönsten Balladen von
Friedrich Schiller
Wer kennt sie nicht, die wunderschönen Balladen von Friedrich
Schiller? Viele ältere Mitbürger haben sie früher in der Schule
noch auswendig gelernt. Nicht zufällig verwenden wir in der
Alltagssprache unbewusst immer wieder Redewendungen aus diesen
herrlichen „Miniaturdramen“.
In einer unterhaltenden und informativen Zusammenstellung
präsentieren die Dichterpflänzchen einige dieser Meisterwerke der
Dichtkunst.
Das Programm ist besonders für Schüler und junge Menschen geeignet,
denen der Zugang zu Schillers Werken durch einen übertrieben
kritischen Umgang mit der Klassik erschwert wurde oder wird.
Im Anschluss an die Präsentationen gibt es ausreichend Gelegenheit,
über die Balladen zu diskutieren und über persönliche Erfahrungen
und Erlebnisse aus der Schulzeit zu sprechen.
„Dichter können wirklich zaubern"
Eine phantastische Reise um
die Welt (bei der Kinder selbst mitspielen
können)
Die Hauptpersonen sind
Julius und Dorothee, zwei ganz normale Schulkinder und zudem dicke
Freunde, die zuviele Fantasy-Bücher gelesen haben und deshalb das
Zaubern lernen wollen. Bald wird ihnen der herkömmliche Hokuspokus
aber zu langweilig, und sie besuchen lieber den Großvater, der eine
ganz andere "Zauberkraft" beherrscht, nämlich die, wunderschöne
Geschichten zu erzählen.
Richtig aufregend wird die Geschichte aber erst, als Julius und
Dorothee auf dem Dachboden selbst auch so einen Koffer entdecken,
mit dem man hinfliegen kann, wohin man will. Und so kommt es, dass
die Kinder unverhofft auf der Rätselwiese landen, und nach einem
Abstecher im froststarren Russland zur angenehmen Abwechslung dann
im frühlingswarmen Morgenland, wo die kluge Wesirtochter Sheherazad
dem unglücklichen Sultan solange die schönsten Märchen erzählt, bis
er ihr das Leben schenkt: 1001 Nächte lang. Am Ende machen die
Kinder noch einen Besuch im alten Griechenland, wo sich vor mehr
als 2300 Jahren die Geschichte zugetragen hat, die Friedrich
Schiller in seiner Ballade „Die Bürgschaft“ schildert.
Die Rahmenerzählung haben die "Dichterpflänzchen" sich ausgedacht
und verschiedene existierende Gedichte und Märchen eingewoben. Drei
Kinder treten in kleinen Sprechrollen auf.
Live-Mitschnitte
Direkt bei uns zu bestellen;
Einzelpreis 7,- € zuzügl. Porto
Küsse der deutschen Muse - Heinrich Heine CD
Das Ideal und das Leben CD
Kassandra und Iphigenie CD
Die Bürgschaft des Freundes CD
Weltpoesie allein ist Weltversöhnung - Friedrich Rückert CD
Persisch-Deutsches Festival CD
